pandaicon Frohe Weihnachten erstmal!

Jetzt sind die 24 Türchen schon geöffnet und ich hätte noch so viele Lieder, die ich ebenfalls hinter einem Türchen hätte verstecken können. Die meisten davon haben es nicht geschafft, weil ich entweder die gleichen Interpreten schon verwendet hatte – oder weil ich nicht wirklich eine Geschichte oder einen Kommentar dazu hätte abgeben können.

Deswegen folgt jetzt hier eine Auswahl dessen, was es „fast“ in den Adventskalender geschafft hätte.
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condaoicon Den besten Moment auf meiner Reise hatte ich schon sehr früh, im Bus zwischen Na Trang und Hoi An. Ich habe es in besseren Worten unmittelbar nach dem Erlebnis hier im Blog aufgeschrieben: The Joy of Travelling.

Jetzt kann ich am Ende dieses Adventskalenders auch noch das Geheimnis lüften, welches Lied in diesem einen magischen Moment auf meinem iPod lief, als einfach alles richtig gut war. Es war „Canned Heat“ von Jamiroquai und dieses Lied kommt seither immer am Ende meiner Reiseplaylisten und auch, als ich mal einen „Soundtrack meines bisherigen Lebens“ zusammengestellt hatte, als wäre es ein Film, war dieses Lied in meinem imaginären Abspann, während die Credits über die Leinwand rollen und die Leute schon aufstehen – dance! Nothing left for me to do but dance!

Es war wahrscheinlich kein Zufall, dass es genau dieses Lied war, das einen perfekten Augenblick auslösen konnte – obwohl Jamiroquai nun kein unumstrittener Künstler ist. Das Lied hat mich schon trotzig durch manche richtig beänstigende und trübte Phase meines Lebens getragen. Zum Beispiel, als ich nach dem Ende meines Studiums in der Weihnachtszeit arbeitslos zu Hause sass und die ganze Welt um mich herum grau und grau war, ganz nah am tiefschwarzen Loch… und dann ein kleiner, beinahe unbedeutender Lichtblick, aber wenigstens ein Lichtblick:

Dance, nothing left for me to do but dance
Off these bad times I’m going through just dance
Got canned heat in my heals tonight

Als ich aus Sibirien am frühen morgen mit dem Schweizer Radio (dort spät nachts) telefoniert hatte, habe ich mir ebenfalls ohne zu zögern Canned Heat gewünscht – das passt ja auch, wenn man den Titel wörtlich nimmt – Hitze aus der Dose, während man bei -14°C in der Dunkelheit vor dem Haus im eisigen Wind steht und telefoniert.

In diesem Sinne – allen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr und viele neue Abenteuer!

iconyichang Im ersten Teil des neuen Star-Trek Reboots (Star Trek 2009 von J.J. Abrams) wird Captain Kirk nach der Titelvignette als Lausbub eingeführt, der das antike Auto seines Stiefvaters klaut und dort im Autoradio erstmal „Sabotage“ von den Beastie Boys spielt.

Ich finde den Song ziemlich gut gewählt, denn er lebt von einer rohen, ungefilterten Energie und einer Portion Abenteuerlust. Deswegen höre ich ihn auch gerne, wenn ich unterwegs bin.

Den Star-Trek-Film habe ich übrigens damals in Vancouver im Kino gesehen, da war er gerade frisch rausgekommen. Ich mochte ihn eigentlich, vielleicht gerade weil ich damals noch keine Ahnung vom Star-Trek-Universum hatte. (Ich habe seither die „alten“ Filme geschaut, und „The Next Generation“ mit Captain Picard – im Moment schaue ich gerade „Deep Space Nine“. Star Trek ist eine Serie, die man hervorragend unterwegs auf dem Tablet schauen kann, wenn man min. 45 Minuten Fahrzeit hat. Die Serie ist für heutige Verhältnisse gemächlich erzählt, dass man auch noch mitkommt, wenn man mal wegen Lärms im Zug nicht jedes einzelne Wort versteht oder schnell das Billett zeigen muss – und man kann nach einer Folge prima ausschalten, ohne, dass man das Bedürfnis hat, gleich noch eine anzuschliessen. Und noch eine.)

Wenn einem Sabotage alleine noch nicht reicht, um die überschüssige Energie oder das Adrenalin einer Reise ins Unbekannte im Schach zu halten, geht es noch einen Zacken krasser: die Kleptones haben ein Mash-Up aus Sabotage und Voodoo People von The Prodigy gemacht. Ich wollte es euch nicht vorenthalten (aber nichts für Nervenschwache 😉 ):

beijingicon In Ulan-Ude gab es ja bekanntlich als ich dort war nur eine einzige westliche Fastfood-Kette – Subway. Wie alle anderen Lokale hatte auch der Subway natürlich einen Fernseher, auf dem Videoclips liefen (die Alternativen zu Videoclips waren Fashion TV oder National Geographics), wobei im Unterschied zu anderen Restaurants dort kein russischer Musiksender eingestellt war, sondern MTV.

Als ich einmal dort sass, lief ein wirklich, wirklich merkwürdiger Videoclip, der selbst für das russisches-Musikfernsehen-abgehärtete Gemüt ziemlich durchgeknallt wirkte:

Und irgendwie… wie soll ich sagen. Der Clip ist bunt und überdreht, das Lied ist eingängig und irgendwie Gaga… aber es war sowas wie der Gangnam Style von 2011 und ich hatte dermassen einen Ohrwurm davon, dass ich das Lied danach auch haben musste. Ich konnte es nicht auf meinen iPod laden, weil ich auf dem Netbook kein iTunes installiert hatte, aber ich habe es immer direkt auf dem Netbook gehört, sicher auch ab und zu, wenn ich hier gebloggt habe.

Von daher ist „Party Rock Anthem“ nicht direkt ein Lied von meiner Reiseplayliste – aber ein Lied, das ich damals definitiv mehr als einmal zu viel gehört habe und das untrennbar mit Frühling/Sommer 2011 verbunden bleiben wird. Eines, das genauso schlecht gealtert ist, wie man es erwarten konnte.

saigonicon Als ich im Sommer 2011 von meiner Reise zurückkam, war „Bright Lights, Bigger City“ von CeeLo Green in Heavy Rotation auf DRS3 im Radio zu hören. Wahrscheinlich war es auch in der Hitparade. Jedes Mal, wenn es lief, dachte ich mit Fernweh an meine Reise zurück. Die samtige Musik, der flüssige Groove… es klang wie etwas, das ich unterwegs unheimlich gerne gehört hätte, wenn ich da schon darauf aufmerksam geworden wäre. Ich musste nur die Augen schliessen und ich war zurück in Shanghai oder Berlin oder Wien und wäre am liebsten sofort wieder aufgebrochen.

So ist das Lied quasi ex-post auf meiner Reiseplayliste gelandet – als ein Lied, das ich rauf und runter hören würde, wenn ich nochmals aufbrechen würde.

RUicon Hear my call. Close your eyes. Come with me. Wer ab und zu in mein Livejournal-Blog reinschaut, hat vielleicht schon den Titel bemerkt. Er stammt aus einem Lied, das für die Godzilla-Verfilmung von 1996 verwendet wurde – Come with me, von Puff Daddy (mittlerweile nennt er sich P.Diddy oder so, bin nicht auf dem Laufenden) & Jimmy Page (von Led Zeppelin).

Weder der Film noch der Soundtrack haben besonders für Furore gesorgt – ich habe den Film bisher nie gesehen – aber Come with Me ist schon lange ein Dauergast auf meinem iPod. Es ist ein Lied, das ich mit Vorliebe dann höre, wenn ich eigentlich Angst habe vor etwas, das ich gleichzeitig aber auch entweder unbedingt will (alleine um die halbe Welt reisen zum Beispiel) oder um das kein Weg herumführt. Ich mag die verzweifelte Energie, die im Gitarrenriff steckt, aber auch die „ihr könnt mich alle mal“-Haltung in den Lyrics von Puff Daddy (obwohl die Reime nun wirklich nicht besonders gut sind), ausserdem steckt im ganzen Lied, in der Kombination aus Musik, Text und der Interpretation etwas Verlockendes, vielleicht gerade, weil es von dem Punkt kommt, an dem einem alles egal ist und wo man mit dem Mut der Verzweiflung nur noch tut, was zu tun ist und andere auffordert, mitzuziehen.

Hear my call. Close your eyes. Come with me. Come with me!

Das Lied nutzt selbstverständlich das Riff des Led-Zeppelin-Klassikers „Kashmir“. Ich mag beide Songs, aber in diesem Fall aller Unkenrufe zum Trotz die 90er-Jahre Adaptation tatsächlich noch etwas mehr – oder auf jeden Fall anders. Kashmir ist sanfter und einlullender, trotz der Energie des Riffs, die auch dort drin ist. Der Gesang von Robert Plant ist säuselnder, es ist eine sanftere Art der Verführung als die nackte Verzweiflung der Godzillaversion. Kashmir wirkt tatsächlich wie ein Lied, in dem eine westliche Rockband ihre Eindrücke von Vorderasien verarbeitet – und als solches ist es ein wirklich guter, anziehender Song – aber ich mag halt den Druck, die Energie und die abgründige Dunkelheit der Godzilla-Version lieber. Ich würde sogar sagen, die Version wird unterschätzt, wahrscheinlich wegen des Kontexts (Godzillafilm), wegen des Status‘ von Led Zeppelin in der Musikgeschichte und weil viele Rockfans mit Hip Hop generell wenig anfangen können, dazu noch mit kommerziell erfolgreichem Rap von einem wie Sean „Puffy“ Combs.

iconnewyear Irgendwo habe ich mal gelesen (ich habe immer irgendwas irgendwo gelesen), dass Air den Ruf haben, „Elevator Music“, also Fahrstuhlmusik zu machen. Und irgendwie stimmt es schon – Air ist freundlich und unaufdringlich – und man könnte damit locker in einem Aufzug steckenbleiben und es würde nicht stören. Es ist eine Art von Musik, auf die man sich durchaus einigen kann, wenn man einen Kompromiss sucht.

Vielleicht gerade deswegen habe ich Air unterwegs oft und gerne gehört – es fliesst so schön dahin, was immer angenehm ist, wenn man irgendwie unterwegs ist. Es gehört in die gleiche Reihe wie „In the Waiting Line“, „Teardrop“ oder „Stylo“, die Lieder sind auch nicht umsonst alle nacheinander auf meiner Playliste.

Psst… eigentlich ist ja „Sexy Boy“ auf der Playliste, weil ich die Musik irgendwie mit Asien verbinde… charmant, au masculin!